Heiratsverhalten und Migranten

Verwandt, verlobt, verheiratet. Ehen unter ausländischen Bürgern in Deutschland ist nichts Außergewöhnliches. Auch arrangierten Ehen unter Verwandten steht oft nichts im Wege. Doch oft wissen Paare, die verwandt miteinander sind, nicht worauf sie sich einlassen.

Zwar sind, wie bereits erwähnt, Eheschließungen zwischen Cousin und Cousine in Deutschland erlaubt, jedoch gesellschaftlich verpönt und äußerst selten. In Migranten Familien sieht dies anders aus. Hier gehört es zum guten Ton, wenn Kinder der Verwandtschaft heiraten. Darüber hinaus sind Ehen zwischen Onkel und Nichte möglich, ohne das sich jemand darüber aufregt. Eine Studie beweist, dass ungefähr 1,5 Prozent der türkischstämmigen Frauen in unserem Land mit blutsverwandten Angehörigen verheiratet sind. Bei griechischen Migranten liegen derartige Ehen sogar bei etwa neun Prozent.

Oft stehen diese arrangierten Ehen bereits im Kindesalter fest. Befinden sich die Kinder später in der Pubertät, wird der Deal zwischen den Eltern der Kinder fest gemacht, ohne, dass diese eine Wahl haben. Die gesundheitlichen Risiken werden dabei oft unter den Tisch gekehrt, zahlreiche Betroffene wissen nicht einmal davon. Dabei ist es außerordentlich wichtig, die Familienangehörigen über die entstehenden Risiken aufzuklären. Sozialwissenschaftler sind der Meinung, dass mehr Vorträge an Schulen dazu beitragen würden, arrangierte Ehen unter verwandten Paaren bereits im Vorfeld zu vermeiden. Doch nicht nur Frauen sind davon betroffen. Auch Männer leiden unter den sogenannten Verwandtenehen. Oft werden die Kinder schon mit sechzehn Jahren verheiratet und sind für die Ehe noch viel zu jung. Viele Paare wissen meist überhaupt nicht, worauf sie sich einlassen. Daher sind größere Präventivkampagnen von großem Nutzen und sollten unbedingt ausgedehnt werden.