Bourbonische Nichtenheirat – Ägyptische Geschwisterheirat

Die Bourbonen waren ein Adelsgeschlecht, welches Jahrhunderte lang in Frankreich regierte. Das Besondere an diesem Adelshaus war, dass seit dem 18. Jahrhundert Verwandtenheirat stattfand. Hier heiratete Cousin und Cousine, Onkel und Nichte und das über Generationen hinweg. Der Stoff aus dem heute die Groschenromane sind.

Auch wenn es seitens der Kirche, aber auch der Gesellschaft verpönt war und als moralisch verwerflich angesehen wurde und wird, so war die Vetternehe gerade in Europa in Kreisen des Hochadels häufiger die Regel als die Ausnahme – hier musste sich keiner hinter einer Gardine verstecken, denn beim Adel galt dies als normal und keineswegs anstößig.

Warum es zu einer so hohen Anzahl an Eheschließungen innerhalb der Verwandtschaft kam, muss wohl daran liegen, dass die adelige Gesellschaft nur in ihren Kreisen verkehrte und es eher nicht gern gesehen war, einen „Normalbürgerlichen“ zu heiraten.

Aber auch religiöse Hintergründe und Traditionen führen in anderen Ländern oft zur Hochzeitzwischen Verwandten. In Indien beispielsweise sind es häufig Onkel und Nichte, die einen Bund fürs Leben schließen, in den arabischen Gefilden eher Cousin und Cousine. Die Bibel hingegen verpönt diese Art der Verbindung. Rechtlich gesehen ist die Eheschließung zwischen Verwandten nicht verboten, wird aber in der Gesellschaft nicht gern gesehen und eher verachtet.

Schaut man ein paar Tausend Jahre zurück zu den alten Pharaonen sollten dagegen sogar Ehen zwischen Bruder und Schwester stattgefunden haben. Ein Privileg, das dem einfachen Volk verweigert wurde. Wer sich da mit wem auf Kissen und Deckenim ehelichen Gemach rekelte, wurde nicht vollständig überliefert; aber Verwandtenheirat ist, wie man daran sieht, keine neuzeitliche Erscheinung.

 
>