Religionen und Verwandtenheirat

Verwandtenehen sind zwar nicht nur ein Problem zwischen minderen Kulturen in Deutschland, jedoch vorwiegend in ausländischen Familien zu finden. Leider werden diese Themen immer noch tabuisiert, denn auch hierzulande gibt es Dinge, die zwar existieren, über die jedoch einfach nicht gesprochen wird.

In früheren Zeiten waren Eheschließungen zwischen Cousin und Cousine in Königshäusern durchaus legitim und hatten einen guten Ruf. Doch diese Form der Ehe gehört mittlerweile der Vergangenheit an, zumindest sollte sie das. Sicher ist die Ehe zwischen Verwandten (Cousine und Cousin) in Deutschland gesetzlich erlaubt, die Regel ist dies allerdings nicht. Experten fanden sogar heraus, dass in manchen deutschen Stadtteilen sogar jede fünfte Ehe zwischen verwandten Paaren geschlossen wird.

Ehen zwischen Cousin und Cousine unter Migranten haben meist keine religiösen Hintergründe, sondern sind eher traditionell geprägt. Hochzeiten dieser Art sind in der arabischen Welt und in der Türkei keine Seltenheit. Vor allem jedoch fehlt es an Aufklärung, denn Ehen dieser Form, aus denen Kinder hervorgehen, können hohe gesundheitliche Risiken bergen. Umfangreiche Informationen über die genetischen Zusammenhänge erkrankter Kinder sind daher ein wichtiger Ansatz. Zeugen Cousin und Cousine ein Kind, ist das Risiko groß, dass das Neugeborene an schweren Anomalien oder Krankheiten leidet. Normalerweise betragen fötale Fehlbildungen etwa zwei bis vier Prozent in der Bevölkerung. Bei Eltern, die miteinander verwandt sind, erhöht sich jedoch das Risiko und ist mit sechs bis acht Prozent äußerst hoch. Viele Migrantenkinder erkranken an Mukoviszidose oder Bronchitis, alles Krankheiten, die bei Deutschen Kindern in solch einer gehäuften Form nicht vorkommen. Sicher sind diese gesundheitlichen Risiken schon manchen Partnern mit verwandtem Hintergrund zu Ohren gekommen, leider denken dennoch viele Paare, dass dies nichts mit ihnen zu tun hat.